FiJuMi MenschHundTraining
Hund und Mensch - Das WIR entscheidet

 

 Hundealltagsvielerlei 

 

 Liebe Hundefreunde und die, die es noch werden...

 

Unter der Ruprik „Hundealltagsvielerlei“ werden Kurzgeschichten, die das Leben schreibt, von mir veröffentlicht. Wenn Sie Interesse haben, Ihre kleine nette, lustige, traurige oder einfach nur die Hundegeschichte für die Allgemeinheit veröffentlicht zu sehen, dann senden Sie mir bitte stichwortartig, oder schon verfasst, die Geschichte zu.

Ich werde einen passenden Rahmen schreiben bzw. Ihr fertige Geschichte, entweder anonym oder mit Bild/Namen veröffentlichen.

Sie entscheiden wie Ihre Geschichte erscheinen wird.

 

 

Kategorien: Alle Neues

05. Mai 2015, 09:19

Ihr Leben zieht vorbei.

Ihr Leben zieht vorbei…
Sie liegt in der Sonne am Fenster, durch die Scheibe flutet die Glut herein und wärmt ihren Körper. Im Licht tanzen die Schatten der Kiefernadeln umher.
Sie purzeln übereinander, umkreisen sich, spielen wie Kinder, nur lautlos und warm. Der Wind bleibt ungefühlt im Garten unter der Kiefer. Sie bemerkt sie nicht, die lautlosen Besucher, die ihr Schauspiel für sie aufzuführen scheinen und trotz ihrer Mühen keinen Applaus erhalten.
Sie träumt. Im Schlaf zucken ihre Glieder, mal schnell und mal langsam, als würde sie über eine Wiese laufen, hüpfend und springend wie ein junges Reh.
Ausgelassen und fröhlich als gäbe es keinen neuen Tag.
Jetzt stöhnt sie leise, ein wimmern entschlüpft und trägt ihre ganze Last nach außen, die Schmerzen des Tumors, die sich im Laufe der Zeit tief eingegraben haben wie Ameisen in ihren Erdbau. Es dauert nur ein paar Sekunden und schon liegt sie wieder ruhig schlummernd da, als wäre vor Augenblicken nichts gewesen. Entspannt ist sie und so kann die Sonne ihre Arbeit verrichten und sie wärmen. Ja, das ist schön!
Vor ihrem inneren Auge sieht sie sich als Erwachsene im Kreise ihrer Familie. So viel Liebe und Vertrauen so viele Jahre, sie spürt das Band tief in ihr und ruft stumm nach der Trägerin des anderen Endes. Wenn sie könnte, würde sie weinen, viele tausend Perlen kleiner flüssiger Diamanten.
Aber sie kann es nicht, konnte es nie. Wie oft hat sie die Tränen ihrer besseren Hälfte getrocknet, wenn das Leben unbarmherzig nach den zarten Gefühlen schlug, wie ein Adler im Wind, der seine Beute am Boden gesichtet hatte und herabstürzt um sie zu holen.
Das kann sie jetzt nicht mehr.
Es bereitet ihr viel Mühe überhaupt aufzustehen geschweige sich zu ihr hin zu setzten. Das Leben ist mühsam geworden, deshalb genießt sie das Sonnenbad, es könnte ihr letztes sein.
Bitter schmeckt der Gedanke und doch muss er gedacht werden, denn es wird schon bald so weit sein. Keine Schmerzen mehr, das war ein tröstender Ausblick und er zog zart durch ihre ruhig fließenden Gedanken, er schwappte leicht umher, wie Wasser in einem Glas.
Mitten in ihrem Dösen kommt ihre Seelenverwandte und bringt jemanden mit.
Besuch, aber den Geruch erkennt sie sofort unter tausenden, sie braucht ihre Augen nicht zu öffnen, um zu wissen, wer da bei ihnen steht.
Sie hört leises weinen, eine geflüsterte Unterhaltung und weiß genau, dass über sie geredet wird, aber das stört sie nicht, im Gegenteil.
Es spendet ihr Trost, den sie gerne mit ihrer Partnerin geteilt hätte, wenn es möglich gewesen wäre:

Meine Freundin! Danke! Danke, dass ich die letzten 15 Jahre bei dir sein durfte. Wie viele schöne Zeiten haben wir zusammen durchlebt. Aber ich bin alt, und kann meine Bürde nicht mehr tragen, deshalb danke, dass du mich gehen lässt. Ich bleibe dir immer verbunden. Und weiß, dass es dir genau so ergeht. Ich liebe dich!

Dann ist es still. Mit einem Lächeln tritt die Hundedame ihre letzte Reise über die Regenbogenbrücke an. Ihr neues Zuhause wartet auf sie.

Redakteur

Kommentare (0)

Kommentieren


26. April 2012, 10:47

Fünf vor Zwölf und Eisnacht

Alles zum Haare ausreißen. Im Hirn nur Watte und draussen voll kalt.
Tja, Weihnachten!
Wunderbar , wenn man es schafft die Hektik auszuknipsen.
Bis heute Nachmittag hatte das auch gut geklappt, nur dann verdichteten sich die Gewitterwolken an meinem Horizont allmählich.
Warum ? Das konnte ich danach nicht mehr sagen, es war einfach so. Einfach zuviel.
Die liebe Familie saß nach Oma`s tollem Mittagessen träge beisammen und dank einer fairen Gemeinschaftsabstimmung wurde die festliche Tafel beiseite geräumt , die Spielereien nahmen ihren Lauf.
Langsam brannten die Kerzen nieder, der Tag wurde dunkler, die Weihnachts CD’s wiederholten sich und es begann dann doch tatsächlich noch zu Schneien.
Keiner bemerkte meine Gemütslage.
Meine johlende Meute zog schmollende Münder, als ich nicht mehr mitspielen wollte und dann war ich ganz vergessen.
Unruhig tigerte ich im Haus herum auf der Suche nach irgendwelchen Arbeiten.
Allmählich und ohne es zu bemerken versank ich in meiner Gedankenwelt. Die lauten Geräusche verblassten. Ich nahm nur noch mich war. Die Gewitterwolken waren nun sehr dunkel und geballt. Die ersten Schauer zogen durch.
Die besinnliche Weihnachtsstimmung hatte sich total verflüchtigt. Oder war sie überhaupt schon mal da?​.
Tiefes durchatmen nutzte überhaupt nix. Mir war eher nach losbrüllen zumute.
Ich muss hier raus, dieser Gedanke flüsterte unaufhörlich in meinem Ohr.
Irgendwann packte ich meinen Rentier- Büffel- Schäferhund- Mix und zog los.
Es fiel keinem auf, dass ich weg ging. Wie auch, alle waren so beschäftigt.
Dick vermummt stapften wir beide durch die eiskalte Nacht. Minus 10 Grad oder so und es sollte noch kälter werden. Na prima.
Mein 43 Kilo Kuno hechelte hinter mir her, so schnell kannte er mich nicht.
Er wollte spielen und ich ließ ihn von der Leine, hatte keinen Bock auf „ lauf weg und fang mich doch“. Als es ihm langweilig wurde, suchte er sich ein lohnenderes Spielziel. Ein schwarzer Schatten in der weißen Umgebung.
Ich blieb stehen und starrte zum Himmel hinauf. Kuno rannte mich fast um, als er sich schwanzwedelnd neben mich setzte. Automatisch streichelte ich ihm über den Kopf.
Die Sterne blinkten kalt zu mir herab und ich konnte nicht wegschauen. Seltsam, sie hielten mich gefangen.
Meine Gedanken flogen davon. Vom eisigen Ostwind mitgenommen. Einfach weg.
Und es war so kalt.
Der Sternenhimmel kamen näher, umgab mich, funkelte. Er glänzte, schwebte. Sein Strahlen versprach eine endlose Reise. Die Eisnacht sandte nun eine eigenartige Ruhe aus. In dieser besänftigenden Stille verlor ich mich, versank.
Warum ich? flüsterte die Stimme in meinem Ohr, es ist so wunderschön. Fast konnte ich den hellen Ball greifen.​.​. ,​dann ich fühlte etwas Heißes im Gesicht.
Was.​.​.​? Kuno lass das , wollte ich ihm sagen, wollte ihn weg schieben, aber es ging nicht meine Stimme versagte und kein Muskel ließ sich bewegen.
Er hörte nicht auf, unablässig schlabberte er mich voll.
Ich wollte die Kugel fassen, sie schwebte jedoch davon. Halt! Bleib doch! Geh nicht weg! Und ich?
Plötzlich verblasste sie, war nicht mehr.
Nur noch Eisnacht.
Mit ausgestreckter Hand fiel ich in den Schnee und Kuno, er schleckte weiter mein Gesicht ab.
Was mache ich hier bloß? Urplötzlich durchfluteten Gedanken mein Hirn, kristallklar und messerscharf. Ich lag im Schnee und dann, dann rannen heiße Tränen. Tränen, die Kuno unermüdlich wegleckte.
Mein erleichtertes Kichern wurde durch sein Fell erstickt. Ich umschlang ihn ganz fest, und erstaunlicherweise hielt er still, obwohl er das sonst nicht tut.






Redakteur

Kommentare (0)

Kommentieren


15. Dezember 2011, 20:58

Lotta – eine sanfte Riesin zeigt wie es geht…

Lotta ist eine dreijährige BernerSennenLandseerMixHündi­n.
Da recht groß und schwer, ist sie relativ langsam und schon gar nicht ausdauernd. Lotta ist keine „ Blitzmerkerin“ und so bemerkt ihr – oft verträumtes - Frauchen meist deutlich vor ihr das Reh auf der Wiese oder den Postboten an der Tür.

Wenn Vögel ins Spiel kommen, zeigt Lotta allerdings ihr zweites Gesicht. Vögel bemerkt sie als erste, spurtet los, hört nichts mehr und hat auch bis heute verdrängt, dass sie nicht fliegen kann…

Als Lotta und ihr Frauchen letztes Frühjahr im Pferdestall waren, blieb Lotta faul im Schatten des Stalles während Frauchen die Mistkarre ausleeren ging. Plötzlich hörte Frauchen lautes Schimpfen und Gezeter aus dem Innern des Stalles. Sie flitzte los- ihr stockte der Atem als sie Lotta und ein wohl aus dem Nest gestürztes Rotschwänzchen, Auge in Auge, liegen sah.
Kurz bevor Frauchen ebenfalls, wie ihr Stallputzkamarad, anfangen wollte Lotta zu schimpfen und vom armen Vogelkind weg zu zerren, durchschaute sie die Szene und fing lauthals zu lachen an.
?​?​?
Das Rotschwänzchenkind war aus dem Nest gefallen und die hofeigenen hungrigen Katzen schon in Lauer-Fress-Stellung gegangen. Lotta war allerdings schneller gewesen und schnappte sich das Vögelchen sanft mit dem Maul, nahm es mit ins Heu und leckte es dort, schützend zwischen ihren Pfoten, behutsam ab.
Die Katzen haben wohl sehr dumm aus der Wäsche geschaut und sich nicht an Lotta herangetraut.
Ein wunderbares Happy End…

Redakteur

Kommentare (0)

Kommentieren


01. April 2011, 22:03

Gutes Futter ist schwer zu finden

Meiner Freundin ihre Hündin hört auf den wunderschönen Namen „Gini, so wie gleichnamige Serie im Fernsehen, Sie wissen schon der weibliche Haus/Flaschengeist. Und ähnlich wie ihre Namensgeberin ist auch unsere Gini eine Zauberin. Ehrlich! Lesen Sie selbst und urteilen dann!

Eines schönen,warmen Sonntagmorgen steht meine Freundin in der Küche, wie so viele ihrer Leidensgenossinnen auch, und werkelt geschickt mit ihren Kochtöpfen, Messern, Schneidebrettchen vor sich hin. Die Sonne lacht durch das geöffnete Fenster in den Lieblingsarbeitsraum der Frau und die frische Luft lädt zum Träumen im Gartenstuhl ein. Einperfekter Tag. Das Mittagsmenü besteht aus frischem Gemüse, wie Paprika,Pilzen, Mais, Zucchini und Tomaten in der einen Pfanne. Selbst gemachte Semmelknödel, die im Wassertopf vor sich hinziehen und leckeren, wunderbaren Koteletts, knusprig braun, kross gebraten in der anderen Pfanne. Der Essensdurft schwebt durch die Wohnung und mischt sich mit der herrlich frischen Sommerluft. Die Sinne spielen verrückt, das Wasserläuft einem buchstäblich im Munde zusammen, das schon an einen mittleren Sturzbach erinnert. Dem verlockenden Geruch, vom Garten aus folgend, kommt ihr Mann in dieWohnung und deckt mit voller Freude, des zu erwartenden Gaumengenusses, den Esszimmertisch. Die Teller klappern, das Besteck liegt bereit, die Gläser klirren beim Abstellen auf dem buche farbenen Echtholztisch. Meine Freundin dreht den Herd ab, stellt die, eben aus dem Salzwasser befreiten, Knödel in einer Steingutschüssel bereit und verlässt die Küche. Mit dem guten Gefühl alles fertig hinterlassen zu haben, steigt sie die Stufen in den Keller hinab. Ihr war der Gedanke an ein Nachtischeis gekommen und das will sie griffbereit im Kühlschrank haben. Mit beschwingten Schritten öffnet sie lächelnd die Wohnungsstür und sagt ihrem Mann, dass er später das Eis im Kühlfach findet. Ein kurzer Blick über die angerichteten Speisen und ab damit zum Tisch. Dann stutzt sie, als sie die Koteletts aus der Pfanne nehmen möchte. Nanu, hat mein Mann die Dinger schon hinein getragen? Mit der Soßiere in der Hand fragt sie ihren Mann nach dem Fleisch. Als dieser auf ihre Frage hin verneinend den Kopf schüttelt drehen die beiden, wie an unsichtbaren Fäden gezogen, ihre Köpfe in Richtung „Gini“. Diese liegt völlig entspannt auf ihrer Decke und leckt sich die Lefzen. Ihrem Blick nach fragt sie sich, warum hier plötzlich eine fast greifbare Spannung im Raum liegt, doch sie leckt weiter sehr bedächtig ihre Pfoten.

Eine wahre Zauberin eben... gibt kein gutgehütetes Geheimnis preis.